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TEXT: Anke Pedersen

Zeit für Geschenke

Mit dezidierten Forderungen an die Politik war der Dehoga unter seinem neuen Präsidenten Guido Zöllick in den Bundestagswahlkampf gezogen: für die Wochenarbeitszeit, für die steuerliche Gleichbehandlung von Gastronomie und Einzelhandel. Beim 27. Forum Systemgastronomie zog Zöllick nun eine erste Bilanz.

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Dehoga-Präsident Guido Zöllick: Hoffnung auf Reformen und weniger Bürokratie

Er hätte auch ein guter Politiker werden können«, staunte Dehoga-Geschäftsführerin Ingrid Hartges nach der Rede ihres Präsidenten Guido Zöllick während des Forums Systemgastronomie Anfang Oktober in Köln. Und in der Tat: In einem flammend vorgetragenen »Wahlcheck« machte Zöllick seinen Mitgliedern unmissverständlich klar, dass er nicht gedenke, sich mit warmen Worten abspeisen zu lassen.

Im Gegenteil: Er erhofft sich einen Koalitionsvertrag, »der das Fundament für eine zukunftsorientierte Politik legt, der die Grundlagen für weiteres Wachstum und die Sicherung wie Schaffung von Arbeitsplätzen schafft, der Lust auf Unternehmertum macht und die Wirtschaft von überflüssiger Bürokratie entlastet«. Anders formuliert: »Wir erwarten von der zu bildenden Regierung ein Programm, das den Mittelstand fördert.« Idealerweise noch vor Weihnachten. »Und wir hoffen sehr, dass das ein Geschenk wird und möglichst wenig Überraschung.«

Was dafür nötig ist? An folgendem Maßstab werde der Dehoga die Arbeit der voraussichtlichen Jamaika-Koalitionäre messen, erklärt Zöllick: »Gibt es konsequenten Bürokratieabbau? Gibt es endlich eine Reform des lebensfremden Arbeitszeitgesetztes? Und wagt sich die Politik ran an das Thema gleiche Steuern für Essen?«

Doch so vehement seine Forderungen sind, so optimistisch ist sein Blick auf die künftigen Akteure: Der Wiedereinzug der FDP in den Bundestag sei definitiv zu begrüßen, sagt Zöllick, denn mit ihr bestehe die berechtigte Hoffnung »auf eine wirtschaftsfreundlichere Politik in Deutschland«. Vor allem aber durch das Zusammenspiel von Union und FDP erhöhe sich die Chance auf Umsetzung wichtiger Branchenforderungen: »Keine Steuererhöhungen, Bürokratieabbau, Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes.«

Und die Grünen? Spannend werde sein, wie die Grünen sich »in dieser Gemengelage zu steuer- und wirtschaftspolitischen Themen aufstellen werden«, räumt Zöllick ein. »Wir sagen aber auch: Nachhaltige grüne Politik kann den Standort Deutschland stärken, wenn sie mit Augenmaß und wissenschaftlicher Expertise, aber nicht ideologisch erfolgt.«