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INTERVIEW: Anke Pedersen

„Sogar der Travel Manager kriegt es hin!“

Vom Thema »Veranstaltungen« hat Andreas Konkel lange Zeit die Finger gelassen – zu undurchdringlich erschien dem Travel Manager bei Diehl der über Jahre gewachsene Dschungel im Unternehmen. Bis er vor neun Monaten hoffte, mit Meetago endlich Licht ins Dunkel der Ausgaben bringen zu können. Eine Zwischenbilanz.

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Andreas Konkel, Diehl: Tagungstool statt Telefon

Herr Konkel, noch vor einem Dreivierteljahr hatten sie keine Ahnung, wie viele Veranstaltungen der Diehl-Konzern jährlich durchführt und wie viel dafür investiert wird. Im August haben Sie dann mit dem konzernweiten Rollout von Meetago begonnen und prophezeit: »In sechs Monaten weiß ich mehr, dann haben wir volle Transparenz.« Wie ist Ihre Bilanz nach nunmehr neun Monaten?

In den letzten neun Monaten haben wir 180 Veranstaltungen gelauncht. Unserem Ziel, Transparenz zu erhalten, sind wir deutlich näher gekommen. Das ist einfach geil. Ich selbst habe drei bis vier Buchungen als Organisator durchgeführt und kann sagen: Sogar der Travel Manager kriegt es hin! Du wirst durchs Tool geführt und hast deine Veranstaltung in fünf Minuten gebaut. Anschließend wird sie dann als Anfrage an vier Hotels verschickt, die dann 24 Stunden Zeit haben, um zu antworten. Wenn ich möchte, kann ich bei der Angebotserstellung aber auch eine Optionszeit angeben, innerhalb derer ich eine Antwort haben möchte.

Und vorher war das nicht so einfach?

Keineswegs! Aber Meetago erstellt mir als Einkaufstool die Angebote jetzt so, wie ich sie haben will – und vor allem so, dass sie vergleichbar sind. Denn im System ist klar definiert, was in der Tagungspauschale drin ist. Bislang haben wir die Angebotsergebnisse immer mühsam in ein Excelsheet übertragen, um sie überhaupt vergleichen zu können. Aber jetzt geben wir das Format vor, inklusive unserer AGB. Und wenn die Angebote dann zurückkommen, sind die Preise chic aufbereitet und toll vergleichbar. Danach brauche ich nur noch auf den Endpreis zu gucken, um eine Entscheidung zu treffen.

Sie entscheiden dann nur noch nach dem finalen Preis?

Klar, denn die Leistung ist ja klar definiert. Alle bekommen dasselbe Anforderungsprofil. Und die Hotels, die du anfragst, suchst du dir ja vorher aus. Dann die Entscheidung, klick, und der Vertrag wird ausgelöst. Das dauert wieder nur fünf Minuten. Kurzum: Der Prozess der Vergleichbarkeit geht schnell und der Prozess der Entscheidungsfindung auch.

Und wie ist das Feedback vonseiten der Hotellerie?

Meine Häuser quietschen, von wegen: »Jetzt kommt ihr mit noch einem Tool!«

Ist ein weiteres Tool denn so schlimm?

Na klar, die Hotellerie hat ja Angst davor, den direkten Kontakt zum Gast zu verlieren, wenn nach der Zimmer- jetzt auch die Tagungsbuchung über ein Portal geht. Darüber hinaus sind die Provisionen immer wieder ein Thema. Aber mal im Ernst: Eine angemessene Provision für die Vermittlung ist doch völlig in Ordnung. Und wenn einzelne Ketten jetzt damit argumentieren, dass sie, wenn wir direkt bei ihnen buchen, die Portalkosten einsparen könnten, dann könnte ich glatt an die Decke gehen. Denn das stimmt doch nicht: Auch ohne Portale haben sie Vertriebskosten. Das heißt, am Ende zahlen wir Corporates die Kosten doch ohnehin.

HRS Partnerhotels haben automatisch Zugang zu Meetago. Glauben Sie, dass diese Einfachheit der Anwendung den großen Digitalisierungsdurchbruch im MICE-Geschäft befördern wird?

Ich glaube, die Kettenhotellerie wird es wuppen. Große Sorgen mache ich mir um die Privathotellerie. Für die ist der Mehraufwand groß, denn um in 24 Stunden zu antworten, haben sie nicht die Personalkapazitäten. Und wir wollen den Workload auf Hotelseite ja nicht überstrapazieren. Am Ende ist es aber auch für die Hotellerie eine Erleichterung, weil das strukturierte Angebot auch für sie eine Zeitersparnis bedeutet.

Es ist also noch alles im Fluss?

Definitiv. Noch haben wir nicht alle Veranstaltungen in Meetago, aber mit dem Tool haben wir genau die richtige Entscheidung getroffen. Lediglich für unsere Anwender/-innen ist es noch eine Überwindung, weil sie jetzt keinen persönlichen Kontakt mehr mit den Hotels haben. Aber die Youngsters wollen genau solche Tools, die wollen nicht telefonieren.

Herr Konkel, wir danken Ihnen für das Gespräch.