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TEXT: Jürgen Baltes · FOTOS: Fabian Biasio

Mehr als nur Schlafen.

Wie das Hotel Montana mit Events seinen Umsatz ankurbelt.

Veranstaltungen sind für das Art-déco-Hotel Montana in Luzern sehr wichtig. Neben den 61 Zimmern wollen ein großer Saal, zwei Seminarräume, fünf kleinere Board Rooms und nicht zuletzt das Restaurant gefüllt werden. Dazu rührt das Hotel kräftig die Werbetrommel.

Jeden zweiten Mittwoch im Monat lädt das Luzerner Hotel Montana zur Hausführung ein. Dann bekommen alle Interessierten die Zimmer gezeigt, das Restaurant, die Veranstaltungsräume, die neue Erlebnisküche und auch die Terrasse mit dem fantastischen Blick über den Vierwaldstättersee. Denn das 105 Jahre alte Traditionshaus thront auf einem Hügel über der Stadt.

Events auf die Beine stellen

Die Idee dahinter: »Wir möchten den Luzernern, die sich ansonsten vielleicht nicht hereintrauen würden, unser Haus und seine Möglichkeiten vorstellen«, sagt Stephanie Christ, Leiterin Seminar & Bankett. Und die sind vielfältig. Der große Art-déco-Saal eignet sich bestens für opulente Hochzeiten, Firmenjubiläen, Weihnachtsfeiern oder Bankette. Daneben gibt es zwei kleinere Säle und fünf Board Rooms, von denen drei erst im Februar eröffnet wurden. »Weil die Veranstaltungskapazitäten knapp wurden, haben wir drei Zimmer umgebaut«, erzählt Christ. Von Juni bis August fungiert zudem das Scala-Restaurant als Hochzeitslocation. Denn die Hotelgäste speisen dann draußen auf der überdachten Terrasse.
Doch die Hausführung ist nicht das einzige Event, mit dem man Gästen aus der Region das Hotel nahebringen will. Seit drei Jahren gibt es zudem einen Sonntagsbrunch, der laut Christ regelmäßig ausgebucht ist; in der Bar finden hochrangige Jazz-Konzerte und in der Hotelküche Kochkurse statt. Diese ist gerade zur Erlebnisküche umgebaut worden. Ins Reich des Küchenchefs fährt man nun per Rolltreppe ein, genießt dort einen Apéro oder ein »Nachtessen« am »Chef’s Table«, begleitet von Piano-Musik. Auch Trüffelseminare hat das Hotel schon veranstaltet.
Alles Events, die das Haus mit Leben füllen und es als Location bekannt machen sollen. Denn private Veranstaltungen, ob Hochzeiten, Geburtstage, Jubiläen oder auch Trauerfeiern, sind ein wichtiges Standbein, berichtet Christ.

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Nah dran: Die Erlebnisküche bringt Gäste und Köche direkt zusammen

Mehr inklusive: Was Tagungsplaner wollen

Wer ein Seminar, Meeting oder sonstiges Event plant, will meist im Vorhinein wissen, welche Kosten auf ihn zukommen. »Budgetsicherheit ist ein wichtiges Thema«, weiß Antje Trier, Head of Meetings & Groups bei HRS. Daher nutzten Tagungsplaner gerne Pauschalen, so die Expertin. Die seien leichter kalkulierbar, zudem ließen sich verschiedene Angebote besser vergleichen. Knackpunkt seien oft die Getränke: In welchem Umfang sind diese inklusive? Nur während der Mahlzeiten oder auch zwischendurch? An einem heißen Sommertag etwa könne dies durchaus relevant sein.
Generell gefordert wird indes kostenloses WLAN. »Dass freies Internet neben Leinwand, Beamer, Flipchart und Pinnwand zur standardmäßigen Businessausstattung gehört, davon gehen Kunden heute aus«, sagt Trier. Doch das sei längst nicht in allen Hotels der Fall, weshalb einige bei Angebotsvergleichen immer wieder durch den Rost fielen.
Einen weiteren Trend sieht Trier in »vitalen Kaffeepausen«. Statt Gebäck und Kuchen würden immer öfter leichte und gesunde Snacks nachgefragt, ob Joghurt, Obst oder Gemüsesticks. Auch sollte das Essen zum Event passen. Trier: »Die Teilnehmerinnen einer Kosmetik-Schulung haben vermutlich einen anderen Geschmack als EDV-Fachleute.«
Insgesamt schätzten es Firmenkunden, auf ihre Anfragen möglichst vollständige und zeitnahe Angebote zu erhalten, sagt Trier – so wie es durch die Meeting-Lösung von HRS und Meetago ermöglicht werde.

Persönlicher Draht zu Firmenkunden

Zweite Säule sind die Firmenveranstaltungen, etwa Seminarreihen, Konferenzen, Generalversammlungen, oder kleinere Meetings. Die kommen hauptsächlich von Firmen aus der Schweiz, bei denen eine Sales Managerin das Hotel persönlich bekannt macht. Doch immer öfter auch von außerhalb, etwa aus Asien. Gerade erst war Christs Kollegin auf einer Delegationsreise in Saudi-Arabien unterwegs. Auf der ITB wird ebenso geworben wie über Vertriebspartner, etwa Swiss Conferences oder verschiedene Tagungsportale.
Im Vordergrund stehen dabei vor allem die Alleinstellungsmerkmale des Montana, die fantastische Aussicht etwa oder die lichtdurchfluteten Räume. Tageslicht sei Veranstaltungsplanern sehr wichtig, weiß Christ, ebenso wie WLAN, gute Erreichbarkeit und gesundes Essen.

Private Veranstaltungen sind ein wichtiges Standbein.

Firmen buchen kurzfristiger

Was der Bankettchefin allerdings etwas Sorgen macht: Das Firmengeschäft wird immer kurzfristiger. »Während Hochzeiten meist ein bis zwei Jahre im Voraus feststehen, sind es bei Firmenevents oft nur wenige Monate, manchmal sogar nur zwei oder drei Wochen.« Darauf reagieren will man nun mit einem neuen Konzept. Für kleinere Veranstaltungen sollen künftig flexiblere Stornobedingungen gelten, um die Firmenkunden »bei einer frühzeitigeren Entscheidung zu unterstützen«.
Was die Entscheidung vielleicht erleichtert: Im Sommer können Gäste ihren anstrengenden Seminartag im »Montana Beach Club« ausklingen lassen. Auf der Terrasse locken aufgeschütteter Sand, Pool und Cocktailbar mit Miami-Beach-Feeling Afterwork-Gäste an. Noch ein Event, mit dem das Hotel auf sich aufmerksam machen will. Bankettmanagerin Christ lacht: »Wir wollen einfach Erlebnisse schaffen.«